Trio Lézard

Trio d'anches

Kontakt: Ute Rost, +43 676 670 2423
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»Als Klangfarbenmeister erwiesen sich die Bläser in Mozarts Divertimento B-Dur – leicht, variabel artikuliert auf historisch nachgebauten Klassikinstrumenten.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Biografie

Nach nun schon über 25-jähriger Konzerttätigkeit in unveränderter Besetzung kann man das Trio Lézard heute als eines der führenden Trio d‘anches‘ weltweit bezeichnen. Als sich Stéphane Egeling, Jan Creutz und Stefan Hoffmann in den frühen 90er Jahren an der Saarbrücker Musikhochschule zu einem Trio zusammengefunden haben, geschah dies zunächst aus purer Lust am gemeinsamen Musizieren, Experimentierfreude und nicht zuletzt aus Freundschaft. Seitdem haben sie wohl so ziemlich alles ausprobiert, was möglich ist, wenn man eine Oboe, eine Klarinette und ein Fagott zusammen spielen lässt. Ein Vierteljahrhundert später ist das Trio Lézard um enorme Konzerterfahrung und preisgekrönte Einspielungen reicher, an ihrer ursprünglichen Spielfreude hat sich jedoch bis heute nichts geändert.

Aber zurück zu den Anfängen: seit in den 1930er Jahren in Paris der Fagottist Fernand Oubradous die Herren Myrtil Morel und Pierre Lefebvre zur Gründung des „Trio d‘anches de Paris“ um sich versammelt hat, gehört die Formation Trio d‘anches zu den festen Gattungen auf den klassischen Konzertpodien. Mit der CD »Paris 1937, hommage au Trio d‘anches de Paris« erweist das Trio Lézard diesem Ensemble und der Epoche seine Reverenz. Die Aufnahmen dieser bis dahin nie eingespielten Werke sind 2015 mit einem ECHO-Klassik ausgezeichnet worden. Schon das „Trio d‘anches de Paris“ hatte zur Erweiterung seines Repertoires Werke großer Meister für seine Besetzung adaptiert.
Das Trio Lézard erweitert nun auch das Instrumentarium um die sogenannten „Nebeninstrumente“ wie Englischhorn, Bassklarinette, Kontrafagott, Oboe d ́amore, Basetthorn etc. Aber auch Saxophone, Dudelsäcke oder Krummhörner kann man bei Konzerten des Trio Lézard erleben. Nach den historischen Vorläufern von Oboe, Klarinette und Fagott kamen schließlich auch noch die seltenen Sarrusophone und Rothphone dazu.

Eigene Transkriptionen, etwa von französischen Chansons, Renaissance-Suiten oder Rossini-Ouvertüren, sind Teil des Repertoires des Trio Lézard, neben Musik von Bach, Mozart oder den Originalkompositionen der 20er und 30er Jahre. So ist das Trio Lézard in der Lage, Musik aus sechs Jahrhunderten aufzuführen, jedes Werk in einem ganz individuellen „Lézard“-typischen Klang. Alle Lézard-Bearbeitungen erscheinen im Egge-Verlag, dessen künstlerischer Leiter Stéphane Egeling ist.

Das Trio Lézard möchte das klassische Kammerkonzert weiterdenken. Jeder der drei Musiker verfügt über künstlerische Erfahrungen jenseits des klassischen Konzertpodiums, die für die Arbeit und den Erfolg des Trios von unschätzbarem Wert sind: Stefan Hofmann als Rundfunkmoderator, Jan Creutz als Rockmusiker und Stéphane Egeling als Verleger und Herausgeber. Diese Erfahrungen beeinflussen den Auftritt des Trios. Im Konzert ist der Kontakt zum Publikum von zentraler Bedeutung, oft zieht sich ein roter Faden in Form einer Geschichte, die sich um die gespielten Werke spinnt, durch das gesamte Konzertprogramm.

Neben der klassischen Konzerttätigkeit unternimmt das Trio immer wieder Ausflüge in andere Gefilde: drei verschiedene Programme für Kinder, ein Klezmerprogramm mit jiddischen Liedern, ein Märchenkonzert, genreübergreifende Satire-Abende oder Konzerte für Menschen, die das Hören neu erlernen, finden sich im Portfolio des Ensembles.

Diskografie

Le Tango des Fratellini
Darius Milhaud, Eugene Bozza, Francis Poulenc, Henry Barraud, Alfredo Barbirolli, Pierre Wissmer, Erwin Schulhoff, Bohuslav Martinu, Marc Vaubourgoin, Igor Strawinsky (Coviello, DDD, 2021)

Das Pariser Musikkabarett "Le Boeuf sur le toît" war in den 1920er Jahren Treffpunkt für Künstler, Musiker und Intellektuelle. Auch musikalisch herrschte hier größte Aufgeschlossenheit: Ob Tangos, Chansons, Jazz, Swing oder E-Musik, hier erklang alles völlig gleichberechtigt. Zu den Stammgästen gehörte auch das legendäre Clown-Trio Fratellini. Die künstlerische Aufbruchstimmung in Paris macht das Trio Lézard auf seiner aktuellen CD greifbar, erstmals im neuen, dazu passenden Ensembleklang mit einem Saxophon und zwei Sarrusophonen.
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Mozart in nuce
Wolfgang Amadeus Mozart, Divertimenti KV 439b Nr.1-5, nach der Handschrift von 1795 aus der Bibliothek der Grafen Engl, Seisenburg, Oberösterreich (Coviello, DDD, 2016)

Ursprünglich für drei Bassetthörner gesetzt, kursierten von den Terzetti KV 439b schon bald alternative Besetzungen. Das Trio Lézard stellt in seiner aktuellen CD-Veröffentlichung eine eigene, gültige und virtuos umgesetzte Bearbeitung für Oboe, Klarinette und Fagott vor, welche die faszinierende Farbigkeit und Durchsichtigkeit dieser luziden Musik neu unterstreicht.
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Paris 1937
Paris 1937, A Homage to "Trio d'anches de Paris" (Coviello, DDD, 2013)

In dieser mit dem ECHO Klassik 2015 ausgezeichneten CD lässt das Trio Lézard die bunte Welt des Paris der 1930er Jahre wiederauferstehen. Originalkompositionen und Arrangements machen deutlich, warum die Besetzung damals mit dem legendären Trio d’anches de Paris eine kurze, aber intensive Blütezeit erlebte.
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Bach, Triosonaten
Johann Sebastian Bach, Triosonaten BWV 525-530 (Coviello, DDD, 2004)

So verspielt und sinnenfroh wie mit dem Trio Lézard hat man diese Musik selten gehört. (...) ein selten spritziger Bach, eine Musik, die wahrhaft Laune macht. An Spielfreude lassen sich die drei Musiker nicht überbieten.
(HR-Klassik)
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